Was ist Greenwashing?
Greenwashing bezeichnet die Praxis von Unternehmen, ihre Produkte oder Dienstleistungen umweltfreundlicher darzustellen, als sie tatsächlich sind – sei es absichtlich oder unbeabsichtigt. Dies geschieht oft durch die Verbreitung irreführender, unvollständiger oder falscher Informationen (vgl. Holden Galusha, 2025).
Wie erkennt und vermeidet man Greenwashing?
👉 Artikel auf LabManager: Avoiding Greenwashing – A Guide for Sustainable Lab Purchases
1. Vage oder irreführende Aussagen
- Produkte werden als „umweltfreundlich“ bezeichnet, ohne nachvollziehbare Belege oder Daten.
- Nachhaltigkeitsangaben sind nicht quantifiziert oder basieren nur auf internen Schätzungen.
- Aussagen klingen positiv, halten aber einem Vergleich mit Branchenstandards nicht stand.
2. Fehlende Zertifizierungen
- Anerkannte Nachhaltigkeitssiegel fehlen.
- Eigene „Zertifikate“ oder Logos werden verwendet, ohne unabhängige Prüfung.
➡️ Nur unabhängige Drittzertifizierungen, wie das ACT-Label oder der Blaue Engel, bieten glaubwürdige Orientierung.
3. Mangelnde Transparenz
- Keine Informationen zur Herkunft, Produktion oder zum Recycling der Materialien.
- Fehlende Fallstudien oder Belege dafür, wie das Produkt tatsächlich zu nachhaltigerem Arbeiten im Labor beiträgt.
Greenwashing erkennen und vermeiden – Die Checkliste
✅ 1. Aussagen kritisch prüfen
- Angaben sind konkret, quantifiziert und nachvollziehbar (z. B. „Spart 40 % Energie“).
- Es gibt Daten, Belege oder Fallstudien zur Umweltwirkung.
- Aussagen werden im Branchendurchschnitt kontextualisiert.
- Keine überzogenen Versprechen wie „100 % grün“ ohne Nachweis.
✅ 2. Zertifizierungen & Nachweise
- Unabhängige Drittzertifikate vorhanden (z. B. ACT-Label, Blauer Engel).
- Keine Eigenzertifizierungen ohne externe Kontrolle.
- Zertifikate sind gültig, transparent und öffentlich einsehbar.
✅ 3. Transparenz & Offenheit
- Es gibt veröffentlichte Berichte, Whitepapers oder Umweltziele.
- CO₂-Emissionen (Scope 1–3) sind offen kommuniziert.
- Rückfragen werden klar und nachvollziehbar beantwortet.
✅ 4. Lebenszyklus & Vergleiche
- Eine Life Cycle Assessment (LCA) wurde durchgeführt.
- Das Produkt wird nicht nur als „besser als X“, sondern als tatsächlich nachhaltig dargestellt.
✅ 5. Visuelle und sprachliche Klarheit
- Keine irreführende Verwendung von Naturbildern, Symbolen oder Farben.
- Grünes Verpackungsdesign wird nicht als alleiniger Nachhaltigkeitsbeweis genutzt.
✅ 6. Nachfragen & Empfehlungen einholen
- Austausch mit Vertrieb oder Nachhaltigkeitsbeauftragten des Unternehmens.
- Empfehlungen durch anerkannte Nachhaltigkeitsnetzwerke und NPOs (z.B. My Green Lab)
